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Das Projekt
Die heilige Elisabeth von Thüringen, die
Bettlern ihre Kleider schenkte, Armen die Füße wusch, Brot in die Hütten
der Hungernden brachte und Rosen in ihren Korb „hineinwunderte“, tritt
uns in den Darstellungen als eine der lieblichsten Gestalten des
Mittelalters entgegen. War sie das wirklich?
Buch und Ausstellung laden ein, dieser
außergewöhnlichen Frau des 13. Jahrhunderts – Königstochter, Landgräfin
und Heilige – in Deutschland, Ungarn, Italien und der Slowakei zu
begegnen. Die Fotografien Ulrich Kneises rufen Orte ihres Lebens wach,
verfolgen die Wege ihres Ehemanns Ludwig IV., den man den „Heiligen“
nannte, führen zur Wiege ihres franziskanischen Ideals, stellen
erhaltene Zeugen einer fernen Vergangenheit vor, erzählen von Legenden,
lenken den Blick auf Kunstwerke frommer Verehrung.
Julia Kneise, Jahrgang 1985, studiert
Malerei an der Kunsthochschule Kassel.Im gleichen Alter wie Elisabeth
zur Zeit ihres bedeutendsten Wirkens zu sein, war für sie malerische
Herausforderung. Eigens für die Ausstellung schuf sie einen
großformatigen Zyklus aus Malereien , der von Handzeichnungen zum Thema
begleitet wird.
Die Texte von Jutta Krauß (Wartburgstiftung)
ermutigen ebenso zur Annäherung, wie die Bilder der Ausstellung: Was als
Legende erscheint, vermag uns Heutige als tätiges gelebtes Leben
befremden. In franziskanisch geprägter Demut wählte Elisabeth einen Weg
wider die Normen ihrer Zeit. Sie setzte Zeichen der Menschlichkeit –
universell verständlich bis auf den heutigen Tag.
Der
Fotograf
Ulrich Kneise, Jahrgang 1961, lebt und arbeitet in
Eisenach. Dort gründete er 1990 die „Fotogalerie
im Hause Bohl“. Neben künstlerischen Projekten wie
„ZeitSprung“ hat er sich in den Bereichen Kunst, Architektur und
Industrie einen Namen gemacht. Beim Verlag
Schnell & Steiner erschienen mit seinen Aufnahmen
Bücher über Tilman Riemenschneider, den Würzburger Dom und die
Wartburg. In diesem Band folgte der Fotograf seiner persönlichen
Motivwahl.
Er setzt auf klassische Aufnahmen mit Kameras von Linhof
im Groß- sowie von Franke & Heidecke im
Mittelformat. Für einige Bilder verwendete er eine
Canon 1DS-Digitalkamera. Das Licht setzt er vorzugsweise mit „dedolights“.
Die
Autorin
Jutta Krauß, geboren 1952, studierte nach einer
Schriftsetzerlehre zunächst Polygraphie, später
Philosophie an den Universitäten von Jena und Leipzig.
Seit 1981 ist sie Mitarbeiterin bei der Wartburg-Stiftung
Eisenach. Als Leiterin der wissenschaftlichen
Abteilung begleitete sie seit 1993 zahlreiche Sonderausstellungen.
Sie ist Autorin verschiedener Publikationen zu Geschichte
und Sammlung der Wartburg. Beim Verlag Schnell & Steiner erschien
mit ihren Texten u. a. der Bildband „Welterbe
Wartburg – Porträt einer Tausendjährigen“.
Die
Malerin
Julia Kneise wurde 1985 in Eisenach geboren. An der
Walter-Gropius-Schule in Erfurt erwarb sie ein
Fachabitur für Gestaltung. Danach begann sie ihr Studium an der
Kunsthochschule Kassel. Hier widmet sie sich vorrangig der
Malerei.
Die Ausstellung in ihrem Elternhaus und in der
Fotogalerie im Haus Bohl ist ihr erstes
thematisches Projekt, mit dem sie an die Öffentlichkeit tritt. |