Fotoausstellung
Menschenbilder des
Erfurter Fotografen
Dieter Demme

Welt-Anschauung IV 

 

Eröffnung der Ausstellung:

2.Februar 2008, 20.00 Uhr

Dauer: 2.Februar bis 1.April 2008

 
 

Für Dieter Demme trifft zu, was Friedrich Dürrenmatt  einmal so formuliert hat:

"Jeder kann knipsen.Auch ein Automat. Aber nicht jeder kann beobachten....Beobachten ist ein dichterischer Vorgang. Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum sprechen bringen. Dass Dieter Demme um diesen Zusammenhang weiß, belegen seine Bilder. Ihm gelingt es, aus dem scheinbar Beiläufigen, Alltäglichen das prägnante, zeittypische Moment herauszufiltern.

Dabei tritt Demme nicht mit dem großartigen und überzogenen Anspruch an, existentielle Wahrheiten verkünden zu wollen.  Das Künstliche, Sensationelle,Schrille ist Dieter Demmes Sache nicht. Er bevorzugt vielmehr die leisen Töne, nichtselten durchsetzt mit einem Hauch Melancholie. Seine Bilder in schwarz-weiß sind klar in der Aussage und kommen ohne Schnörkel aus.Gleichwohl lassen sie dem Betrachter Raum für die eigene Phantasie und Interpretation. Man muss seine Bilder ersehen, gottlob aber nicht erklären.

Der 1938 im Thüringischen Ebeleben geborene Dieter Demme ist ein Fotograf der alten Schule, der auch das Handwerk der Fotografie noch perfekt beherrscht. Mit seiner Erfahrung aus Jahrzehnten der Reportertätigkeit schuf er Bilder die über das Tagesereignis hinaus ihren Wert  behaupten konnten. Als klassischer Vertreter seines Fachs ist er im besten Sinne altmodisch in seiner Arbeitsweise geblieben: In erster Linie will er dokumentieren, lässt dabei aber seinen bildkünstlerischen Anspruch walten. Er verändert nichts, er entscheidet. Das Foto wird im Sucher der Kamera vollendet und ohne Ausschnittsveränderung im Labor zum sprechen gebracht. 

             
       
             

Dabei ist sein Menschenbild prägend, weniger der Ort der Aufnahme.  Gleich ob er seinen Modellen wie in dieser Ausstellung in Erfurt, Wasungen, im Eichsfeld, in Venedig, in Lybien oder Cuba entgegentritt, er nimmt  mit der Kamera Anteil an der Veränderbarkeit unserer Welt, der Sterblichkeit und dem Vergehen von Menschen und Dingen. Wie jeder Fotograf der auf ein Lebenswerk zurückblicken kann, bezeugt er unerbittlich das verließen der Zeit und die Wandelbarkeit unserer Verhältnisse. Alle Momente des  Auslösens im Verlauf seines Fotografenlebens zusammengenommen, eine hundertstel Sekunde da, eine Hundertstel dort,  ergeben  dennoch  in Sekunden und Minuten gerechnet nur eine überschaubare Spanne Zeit, einen  Wimpernschlag,  der Ewigkeit abgetrotzt.

 

Die Ausstellung von Dieter Demme wird am Sonnabend dem 2.Februar um 20.oo Uhr in der Galerie Ulrich Kneise e.V. in der der Karlstraße 32 eröffnet. Sie ist die vierte Ausstellung der vom Haus kuratierten Reihe "Welt-Anschauung", die dem Lebenswerk ostdeutscher Bildreporter gewidmet ist.  Stanley Blume musiziert gemeinsam mit einem Schüler der Musikschule "Johann Sebastian Bach". Frank Nolde, Kunstwissenschaftler aus Erfurt wird sie in das Werk von Dieter Demme einführen.

Die Webseite des Fotografen  Dieter Demme

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