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Stillleben und Dokument
Eisenach in Fotografien von Ulrich Kneise
Eröffnung: 07.November 2009 - 20.00 Uhr bis 01.02.2010 |
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1994
veröffentlichte Ulrich Kneise sein Projekt "Zeitsprung", Bilder aus
Eisenach, aufgenommen zwischen 1985 und 1994. Buch und Ausstellung fanden
bundesweit Verbreitung und Anerkennung. Kneise beschränkte sich darauf den
Epochenumbruch des Jahres 1989 im eng umrissenen heimischen Terrain visuell
festzumachen. An einer gesamt-ostdeutschen, allegorisch gerafften
Perspektive ist er nicht interessiert. Er bevorzugt die persönliche Bindung,
das eigene Betroffensein. Aber gerade dadurch wird die hart ausleuchtende
Tiefenschärfe beträchtlich. Dem bisweilen aufkommenden Schauder bei aller
Tristesse in dieser Ab-und Umbruchslandschaft steht Kneises humaner
Impetus entgegen... (Helmut Nitzschke, "Palmbaum") .
Aber die Geschichte geht weiter. Nach dem Zeitsprung ticken die Uhren anders. Was ist aus all den Menschen geworden, die um die Wendezeit skeptisch in Kneises Kamera schauen? Stille Porträts mit einem Schuss von Verschlossenheit und Skepsis spiegeln Befindlichkeit und Erwartungen an einer existentiellen Schnittstelle. Aber das Leben ging weiter, auch an anderer Stelle. Der Geschichte kann sich keiner entziehen. Die soviel sagende mehrschichtige und stille, über Jahre gewachsene Fotosequenz von Ulrich Kneise ist deshalb nicht nur ein Bilddokument aus Wendetagen geblieben. Stetig hat der Fotograf sie fortgeschrieben. In ihrer Unvoreingenommenheit und Stringenz kann sie stellvertretend stehen für viele Städte und Menschen unseres Landes. Die eindrucksvollen Bilder, die Kneise in seiner Eisenach-Sequenz vereinigt hat, belegen überzeugend, dass er in diesem Metier genau den richtigen Ton trifft. Seine Bilder sind Dokumente und Poesie, sind Komposition und Fotokunst, sind Meditationshilfe und Denkbild zugleich...(Prof. Dr. Frank Günter Zehnder) Die Ausstellung möchte auch an die friedliche Revolution in Eisenach vor 20 Jahren erinnern. Dazu ist ein Projekt zur Stadtbild-dokumentation vorgesehen, welches gemeinsam mit dem Eisenacher Stadtarchiv realisiert werden wird.
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