Überproduktion
und Abfrackprämie - Schwanengesang auf höchstem Niveau, hat man die
Produktivität eines modernen Automobilwerkes in Europa im Auge. Ulrich
Kneise hatte dazu die Gelegenheit. Im Auftrag der Adam-Opel-AG besuchte er
um die Jahrtausendwende die wichtigsten Europäischen Standorte. Obgleich an
seinen Auftrag gebunden, waren es die Menschen, denen er sich im Rahmen
seines eigentlichen kommerziellen Fotoauftrags zuwandte. Die hochproduktive
Industriegesellschaft hastet voran und droht dabei über die eigene Zukunft
zu stolpern. Aber immer noch ist es die Arbeit von Menschen, auf der in
Wirklichkeit dieses Tempo beruht.

Als genauer Beobachter vor Ort richtete Ulrich Kneise die Kamera auf eine
hochproduktive und standardisierte Arbeitswelt und hat dabei diejenigen im
Auge, die sich in ihr zu behaupten wissen. "Längst scheint das alte
pathetische Bild vom nach Schweiß riechenden Proleten unter den weißen
Hemden eines neuen Images, hinter Technologie, Sicherheit ,Ordnung,
Sauberkeit und Effizienz verschwunden. Dass trotz alledem manche
vermeintlich neue Struktur, entfernt man die Hülle, verblüffende
Ähnlichkeiten mit der alten aufweist, bringt der Fotograf zum Vorschein." (
Zitat Jörg Sperling, "Foto-Anschlag"). Diese Ausstellung ist einer
totgesagten Klasse gewidmet, die immer noch alle Last trägt. Besonders
heute, wo der Einzelne wiederum um seine Existenz fürchten muss, sei an
diese "einfache Wahrheit" erinnert. |